Zum Wintersemester 2014/15 stellen auch in Baden-Württemberg die für die Lehrerbildung verantwortlichen Einrichtungen Universität und Pädagogische Hochschule vom Staatsexamensabschluss auf Zwei-Fach-Bachelorstudiengänge um, an die bei Eignung ein „Master of Education“ angeschlossen werden kann. Verbunden mit diesem Wechsel werden der Anteil der Fachdidaktik an der Ausbildung und der Professionsbezug deutlich aufgewertet.

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Der bisher von den Universitäten eher mit Skepsis angenommene Systemwechsel bietet die Chance, weitere Lücken im System der Lehrerbildung zu schließen. Eine solche Lücke lag bisher im Bereich fehlenden Sicherheitstrainings. Referendare müssen zwar bei Dienstantritt einen Erste Hilfe – Kurs absolviert haben; es ist ihnen aber völlig selbst überlassen, wo und bei welcher Organisation sie diesen belegen. ‚Beratungsfirmen‘ bieten in diesem Feld Kurse umsonst an in der Hoffnung, so an Kunden für Versicherungsverträge etc. zu kommen. Eine weiter reichende Sicherheitskompetenz ist nicht vorgesehen – mit entsprechenden Konsequenzen: Harald Karutz berichtet von einer Studie, nach der jeweils fast 40% der befragten Lehrer ihre Vorbereitung auf Notfälle als „sehr schlecht“ bzw. „schlecht“ einschätzten, nur knapp 1% antwortete mit „sehr gut“ (Karutz 2010, 75).

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Mit 30 Kilo Ausrüstung in den vierten Stock, um hilfslose oder in Not geratene Menschen entweder vor lodernden Flammen zu retten oder bei einem Herzinfarkt zu helfen. Wer beruflich bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst anfangen will, entscheidet sich für einen anstrengenden Job, der oft vollen Körpereinsatz fordert. Extreme Bedingungen eben zu jeder Tages- oder Nachtzeit. Im Einsatz kommt es in heiklen Situationen darauf an, einen kühlen Kopf zu bewahren und sicher zu handeln. Damit das Team funktioniert, muss sich jeder immer auf den oder die anderen verlassen können.

Dass Fitness auch in der Freizeit auffallend angesagt ist, zeigen die rund 27 Millionen Mitglieder in 91.000 Sportvereinen in Deutschland. Für viele Angehörige von hauptamtlichen Werks- oder Berufsfeuerwehren und Rettungsdiensten machen gerade die körperlichen Herausforderungen den Reiz des Berufes aus. Ganz abgesehen natürlich von den handfesten materiellen Vorteilen eines sicheren Arbeitsplatzes und einer adäquaten Besoldung.

In jedem Jahr bewerben sich alleine annähernd 200.000 junge Männer und Frauen bei den aktuell 105 deutschen Berufsfeuerwehren. Ein Großteil der Bewerber scheitert mit einer Quote von 75 Prozent dann bereits aber am sportlichen Einstellungstest und kann den Traum vom Traumberuf nicht verwirklichen. Häufig ist die Ursache dafür meistens tatsächlich die fehlende körperliche Eignung, sehr oft aber auch eine mangelnde Vorbereitung oder das fehlende Verständnis für die geforderten Disziplinen der Grund des Scheiterns.

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Der Einsatz unter Atemschutz gehört zu den alltäglichen Aufgaben eines Feuerwehrmannes und bedarf einer guten körperlichen Kondition

Der Beruf des Feuerwehrmannes oder -frau sowie der des Rettungsassistenten bzw. -assistentin verlangt täglich einiges ab und ist sowohl physisch als auch psychisch immer wieder eine wirkliche Herausforderung. Es spielt keine Rolle, welchen der beiden Berufe man gewählt hat, da jeder Fachbereich nahezu täglich einige Aufgaben abfordert, die von den Männern und Frauen des Einsatzdienstes nicht selten ein Höchstmaß an Konzentration und geistigem Geschick, aber auch an körperlicher Aktivität, Kraft und Ausdauer verlangen.

Beide Berufe sind sicherlich zwei der abwechslungsreichsten und interessantesten Berufe, die man erlernen kann. Aus diesen Gründen sind aber auch die Anforderungen gerade an die zukünftigen Beamten und Angestellten sehr hoch gesteckt. In ein- bis mehrtägigen Einstellungsauswahlverfahren werden die Bewerberinnen und Bewerber oftmals auf Herz und Nieren geprüft, bevor sie eine Zusage für ein Ausbildungsverhältnis erhalten. In den vergangenen Jahren sind auch vermehrt bereits Rettungsdienste zu dieser Praxis übergegangen. Anders als bei den sportlichen Einstellungstest der Polizeibehörden, deren wesentlichen Inhalte man schon im Vorfeld gut recherchieren kann, liegen den Einstellungstests von Feuerwehren und Rettungsdiensten häufig keine festen Vorgaben zugrunde. Schon aus diesem Grunde sind Interessenten gut beraten, sich möglichst umfangreich auf einen solchen Sporttest umfangreich vorzubereiten.

Mit diesem Beitrag wollen wir uns ausschließlich mit dem sportlichen Eignungsauswahlverfahren für Feuerwehren und Rettungsdienste beschäftigen. Neben einem groben Überblick der am häufigsten erwarteten Einzeldisziplinen wollen wir auch das Wissen der Ernährungslehre sowie mögliche Trainingsvorbereitungen auf den sportlichen Einstellungstest vermitteln.

Mögliche Inhalte des Sporttests:
Grundsätzlich kann im Sporttest alles möglich sein – der Umfang an Prüfungsdisziplinen ist enorm. Das Auswahlverfahren deckt alle Bereiche des körperlichen Leistungsvermögen ab: Es sind die fünf motorischen Grundfähigkeiten Schnelligkeit, Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer. Vielfach wird zusätzlich der Nachweis der Schwimmfähigkeit verlangt, den man im Rahmen eines eigenen Schwimmtests oder durch die Vorlage entsprechender Abzeichen erbringen muss.
Hat man eine der Mindestanforderungen verfehlt, lässt sich durch gute Ergebnisse in den anderen Bereichen meist noch etwas ausgleichen.

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Die geforderten Übungen werden beim Eignungsverfahren auch durch die Prüfer den Bewerbern vorgeführt.


Einen pauschal gültigen Ablauf des Sporttests gibt es bei den Feuerwehren noch nicht. Aber dieser kann sich vielleicht in den kommenden Jahren entwickeln. Zusammen mit der Deutschen Sporthochschule in Köln hat der Deutsche Städtetag sowie die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. im Jahr 2011 einen physischen Eignungstest entwickelt, der zum bundesweiten Vorbild werden soll. Viele Feuerwehren zeigen bereits Interesse und nach Köln haben mit Düsseldorf, Essen, Offenbach  und Saarbrücken weitere ihre Sporttests schon angepasst. Aus den motorischen Grundfähigkeiten werden in dem neuen Feuerwehr-Sporttest Kraft, Koordination, Ausdauer und berufsspezifische Angebote geprüft. Der Katalog an Disziplinen umfasst zehn verschiedene Aufgaben.

Disziplinen des Feuerwehr-Standard-Sporttest:

Gleichgewichtstest DFFA
Der Gleichgewichtstest stammt aus dem Prüfungskatalog des Deutschen Feuerwehr-Fitnessabzeichens (DFFA). Mit dem DFFA ehrt die Deutsche Feuerwehrsportförderung besonders fitte Feuerwehrangehörige, die innerhalb eines Kalenderjahres bestimmte Leistungen erbracht haben.
Im Prinzip ist der DFFA-Test nichts anderes als eine variierte Balkenübung: Man besteigt den Schwebebalken über einen Kasten, balanciert über einen zentral platzierten Medizinball hinweg zum Balkenende und nimmt dort ein 5-kg-Gewicht auf, beispielsweise einen Sandsack. Den transportiert man zuerst einhändig zum Balkenanfang und trägt ihn dann mit der anderen Hand zurück zum Balkenende. Dort legt man das Gewicht wieder ab, kehrt zum Kopfende des Balkens zurück und verlässt den Balken über den Kasten.

Liegestütze
Die Übung mutet zwar recht genügsam an, für die richtigen Ausführungen müssen jedoch eine Menge Details beachtet werden. So geht man korrekt vor: Man stützt beide Hände in Schulterhöhe und etwas mehr als schulterbreit auseinander auf dem Boden ab, streckt beide Arme vollständig durch. Die Finger zeigen nach vorne. Man hebt die Hüfte an und spannt den Körper, so dass Oberkörper, Gesäß und Fersen eine gerade Linie bilden; die Beine bleiben geschlossen. Man stabilisiert diese Position durch die Hüft- und Unterschenkelmuskulatur. Wenn jetzt nur noch die eigenen Handflächen und Zehen den Boden berühren, befindet man sich in der vorschriftsmäßigen Ausgangslage. Man beugt nun mit dem Einatmen seine Arme so weit an, bis Ober- und Unterarm einen rechten Winkel bilden. Anschließend stemmt man sich ausatmend zurück in die Startposition. Die Körperspannung wird in jeder Bewegungsphase gehalten, damit die Linie Oberkörper-Ferse stets gerade durchgezogen bleibt. Weder sollte der Rumpf den Boden berühren, noch darf ein Hohlkreuz entstehen.

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Liegestütze stellen zwar eine spartanische Übung dar, bedürfen aber einer Menge Details für die korrekte Ausführung.


Beugehang
Der Klimmhang ist ein „eingefrorener“ Klimmzug, der die Kraftausdauer von Armen, Brust und Schultern auf die Probe stellt. Zu Beginn zieht man sich wie gewohnt mit beiden Händen an einer sprunghoch befestigten Stange aufwärts: Am besten geht das in einem schulterbreiten Untergriff (Handflächen zum Körper), bei dem der belastungsfähige Bizeps den höchsten Anteil der Last trägt. Wenn die eigene Kinnspitze erkennbar über die Stange ragt, hat man die vorgesehene Endposition erreicht.
Man hält die eingenommene Stellung so lange, wie es eigene Schulter- und Armmuskeln zulassen. Man kann seinen Oberkörper durch eine gute Körperspannung unterstützen, sollte jedoch ein unruhiges Pendeln oder Strampeln mit den Beinen vermeiden.
Wenn man seine Oberschenkel leicht anzieht und überkreuzt, kann man seine Haltung zusätzlich stabilisieren. Wenn das Kinn unter die Zugstange sinkt, ist die Übung beendet.

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Die althergebrachten Rumpfbeugen heißen mittlerweile auch Sit-ups und werden ebenso regelmäßig im Auswahlverfahren gefordert.

CKCU-Test (Liegestütze mit Übergreifen)
Das wechselseitige Übergreifen im Liegestütz bezeichnen Sportwissenschaftler auch als CKCU-Test. Das Kürzel steht für „closed kinetic chain upper extremity“ – vereinfacht gesagt: Diese Prüfungsdisziplin zielt auf die Schnellkraft und Kraftausdauer der Arm-, Brust- und Schultermuskeln ab, die hier als Glieder einer motorischen Kette zusammenwirken.
Vor Übungsbeginn markieren die Prüfer im Abstand von 90 Zentimetern zwei parallele Linien mit Klebeband. Zur Durchführung stemmt man sich zunächst in die Liegestütz- Grundposition; die Arme in schulterbreitem Abstand durchstrecken, die Beine schließen, Bauch und Hüfte anheben, den Körper spannen. Im möglichst schnellen seitlichen Wechsel führt man nun eine Hand über die Klebeband-Linie neben der jeweiligen Stützhand. Die Finger sollten die Markierung deutlich überschreiten.

Seitlicher Medizinballwurf
Wer den Medizinballwurf meistert, kann auch einen schweren Löschschlauch tragen, so lautet die Annahme der Prüfer. Zu Beginn stehen die eigenen Beine etwas mehr als schulterbreit gegrätscht nebeneinander. Neben der Außenseite eines Fußes liegt ein Medizinball in Griffweite: Man geht in die Knie, winkelt die Ellenbogen und greift den Ball mit beiden Händen an der Unterseite. Danach setzt man die Spannung im Unterkörper in eine schnellkräftige Rotations- und Streckbewegung um und schleudert den Ball soweit es geht auf der andere Seite.
Ähnlich wie beim Golfabschlag kann man den Schwung durch ein leichtes Mitdrehen von Hüfte und Bein unterstützen, ohne die Füße vom Boden zu heben. Bedeutend ist, dass die nötige Kraft hauptsächlich aus dem Unter- und nicht aus dem Oberkörper kommt.

 

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Koordination und Kraft werden bei den Übungen mit Medizinbällen getestet.

Wechselsprünge
Als „Wedelsprünge“ aus der Skigymnastik bekannt, wird diese Prüfungsdisziplin vor allem wieder bei den bayerischen Berufsfeuerwehren gefordert. In der Ausgangsposition steht man mit geschlossenen Füßen seitlich neben einer 30-40 Zentimeter hohen Bank, Schnur oder Stange. Man überspringt die Hürde beidbeinig so oft wie möglich, abwechselnd von rechts nach links und zurück – jede Überquerung zählt als ein Sprung. Die Beine sollten dabei stets zusammen gehalten werden.
Das Hindernisspringen prüft vor allem die Kraftausdauer und die Maximalkraft der Beinmuskulatur, die für das Sprungvermögen ausschlaggebend sind. Daneben kommt es auch auf eine geschickte, effiziente Koordination der Arm- und Beinbewegungen an. Bewertet wird, wie viele Wechselsprünge man innerhalb einer festgelegten Zeit vollendet. In einem Rahmen von 30 Sekunden sollten mindestens 42 Sprünge absolviert werden, 54 und mehr Sprünge gelten als Optimum.

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Das Hindernisspringen prüft vor allem die Kraftausdauer und die Maximalkraft der Beinmuskulatur.

Handkraft
Wenn es schwere Gegenstände – Schläuche, Äste, Tragekörbe – per Hand zu bewegen gilt, sollte man fest zupacken können. Ausschlaggebend dafür sind die Hand- und Unterarmmuskeln, die sich an einem speziell konstruierten Gerät testen lassen: Daumen und Daumenballen einer Hand hinter einen Griff klemmen, die übrigen Finger um den Zughebel legen und drei Sekunden lang gegen den anliegenden Widerstand ziehen.
Die Prüfer bewerten, wie viel Kraft die Bewerber allein mit ihrer Hand aufbringen können. Deswegen beobachten sie besonders, dass niemand mit dem Oberkörper nachhilft. Zur Vorbereitung bieten sich Hantelübungen und Klimmzüge an.

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Bei vielen Feuerwehren und Rettungsdiensten gehörten alltagsbezogene Aufgaben zum Auswahlverfahren. Hier wird mit einem Notfallrucksack sowie Hanteln der Weg zum Notfallort simuliert.

Kasten-Bumerang-Test
Der Kasten-Bumerang-Test existiert in zwei Basisversionen mit grundsätzlich unterschiedlichen Layouts, die zudem noch abgewandelt werden können. Version 1 besteht in der Grundform aus einem quadratischem 10 x 10 Meter-Übungsfeld: In der Mitte liegt ein Medizinball, drei Seiten werden von aufgekanteten Kastenrahmen begrenzt. An einer vierten Seite markiert eine Turnmatte Start und Ziel.
Nach dem Verlassen des Starts macht man auf der Turnmatte zunächst eine Rolle vorwärts und läuft dann, leicht nach links versetzt, zum Medizinball in der Parcoursmitte. Unmittelbar hinter dem Ball dreht man sich abrupt um 90 ° nach rechts und überspringt das nun vor einem liegende Kastenteil, um es anschließend zurück in Richtung Übungsfeld zu durchkriechen. Danach steht man auf und spurtet wieder zum Medizinball, wendet sich erneut nach rechts und nimmt den nächsten Kastenrahmen in Angriff.
Nachdem man der Reihe nach alle drei Kastenteile überwunden hat, komplettiert man den Durchlauf, in dem man die Start-/Zielmarkierung kreuzt. Die resultierende Gesamtstrecke beträgt ungefähr 42 Meter. Bewertet wird die für eine oder drei Runden benötigte Zeit. Ein Durchlauf sollte höchstens 19 Sekunden dauern.
Die Version 2 wird von vielen bayrischen Feuerwehren geprüft. Vorgesehen ist eine komplexe Streckenführung auf einem 12 x 12 Meter-Feld, dessen Mittelpunkt ein Orientierungshütchen markiert. Da zahlreiche unterschiedliche Aufgaben in die Route eingebaut sind, wäre die Bezeichnung „Hindernisparcours“ zutreffender.
Den Auftakt bildet eine Vorwärtsrolle auf der Turnmatte. Anschließend balanciert man aufwärts über eine umgedrehte Turnbank, deren Vorderende auf einem kleinen Turnkasten aufliegt. Über diesen Kasten steigt man von der Bank ab und sprintet unverzüglich zum zentralen Leitkegel. Dort wendet man sich nach rechts und überspringt ein aufgekantetes Kastenteil, bevor man es anschließend zurück in Richtung Feldmitte durchkriecht.
Nach einem kurzen Spurt am Pylonen vorbei absolviert man eine Art Rettungsübung. Es gilt, einen 30 Kilogramm schweren Boxsack auf die Schulter zu wuchten und über eine dreiteilige Kastentreppe zu schleppen, ohne das er den Boden berührt. Daraufhin passiert man erneut den Leitkegel auf dem Weg zur Hinterseite des Felds, um dort einen 1,35 Meter hohen Turnbock zu überspringen. Noch ein letztes Mal am Hütchen vorbei zurück zur Matte und der erste Durchlauf ist absolviert. Die Gesamtzeit sollte für drei geforderte Runden unter 1:45 Minuten liegen.

400 m Lauf
Der 400-Meter-Lauf ist gerade die längste Disziplin beim Sport in der Leichtathletik.
Bei Läufen im Außenbereich legt jeder Bewerber die gesamte Distanz in einer eigenen Bahn zurück, wobei diese nicht verlassen werden darf. In der Halle wird nur bis nach der zweiten Kurve (etwa 150 m) in eigenen Bahnen zurückgelegt. Danach dürfen alle Bewerber auf die Innenbahn einschneiden und diese bis zum Ziel nutzen.
Gemessen wird die Laufzeit über die Streckenlänge. Die schnellsten Männer erreichen Zeiten um 44 Sekunden. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 9,09 m/s oder 32,72 km/h. Die schnellsten Frauen erreichen Zeiten um 48 Sekunden. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 8,33 m/s oder 30,0 km/h.

Ausdauerlauf
Beim Dauer- oder Ausdauerlauf handelt es sich um eine fast immer geforderte Disziplin des Eignungsauswahlverfahrens. Entgegen dem „Cooper-Test“ muss hier nicht in einer vorgegebenen Zeit eine möglichst weite Strecke in möglichst geringer Zeit zurückgelegt werden. Die zu überwindende Distanz kann dabei 2.000, 3.000 oder auch 5.000 Meter betragen.
Gemeinsam mit den anderen Bewerbern startet der Teilnehmer in der Gruppe. Meist wird diese Übung in einer Sporthalle, auf dem klassischen Ascheplatz oder in der freien Natur ausgeführt. Als Ausschlusskriterium gilt neben einer zu schlechten Zeit auch die Überrundung durch andere Bewerber.

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Entweder ein kurzer Sprint auf Zeit oder Laufen über größere Strecken: Die Ausdauer und Kondition wird beim Sporttest regelmäßig verlangt

Berufsspezifische Tests und Prüfungsteil
Körperliche Fitness ist nicht alles – man muss sie auch umsetzen können. Bewerber bei Feuerwehren und Rettungsdiensten sollten daher neben einer eigenen hohen Sportlichkeit auch einige weitere Fähigkeiten mitbringen, die im Berufsalltag notwendig sind: Beispielsweise Orientierungsvermögen und Bewegungssicherheit, Schwindelfreiheit und handwerkliches Geschick. Die zukünftigen Dienstherren lassen sich für ihre Auswahlverfahren eine Reihe aussagekräftiger, einsatzähnlicher Gewöhnungsaufgaben einfallen. Dabei zeigt sich, ob man geeignet ist, im Ernstfall die Verantwortung für Menschenleben zu übernehmen.
Das Repertoire der möglichen Aufgaben kann hierbei ebenso umfangreich sein. Mit dem Drehleitersteigen haben fast alle Berufsfeuerwehren eine ungemein praxisnahe Aufgabe in petto. Weiterhin kann die Personenrettung an einem Dummy geübt werden, der dem Bewerber keinerlei aktiven Widerstand leisten wird. Die Übungspuppen wiegen in der Regel 75 Kilogramm und stellen damit nicht unbedingt eine leichte Aufgabe dar. In vielen Auswahlverfahren wird der Dummy für die Personenrettung über eine längere Strecke – teilweise auch mit Hindernissen – oder bei den Rettungsdiensten zum Üben im Treppenhaus mit dem Tragestuhl verwendet.
Aus der Praxis gibt es noch weitere Beispiele: Vor Ort vorhandene Atemschutzstrecken können mit vollständiger Einsatzkleidung eine kräftezehrende Aufgabe sein. Im Alltag übliche Wartungsarbeiten setzen ein fundiertes Materialverständnis voraus. Häufig ist dabei Improvisationstalent gefragt. Handwerkliches Geschick kann im Auswahlverfahren daher auch mit technischen Übungen beispielweise wie der Abstützung eines einsturzgefährdeten Türrahmens oder dem Durchsägen eines Baumstammes geprüft werden.

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Höhenangst wäre ein Hindernis. Einsatzorte müssen durch die Feuerwehr auch über die Drehleiter erreicht werden.

Grundlagen der Trainingslehre
Die Kenntnisse über die verschiedenen Übungen sind jedoch nicht alleine für das erfolgreiche Bestehen des Sporttests entscheidend, sondern auch die Notwendigkeit, dass man sich auf diese Übungen richtig vorbereitet und wie im Zusammenhang damit der Körper und die Muskeln arbeiten. Der Bewerber sollte deswegen sich ein wenig Hintergrundwissen aneignen, um damit seinen eigenen Trainingsplan aufstellen zu können. Deshalb sollten jedem Bewerber die Vorteile des Kraft- und Ausdauersports auf Körper und Kreislauf, aber nicht zuletzt auch auf das gesamte Wohlbefinden und die gesteigerte Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers bewusst sein.
Durch das richtige Krafttraining kann man das Kraftniveau und damit seine eigene Leistungsfähigkeit erhöhen. Wer mehr Kraft hat, kann folgerichtig auch besser schwimmen oder schneller laufen. Auch reduziert mehr Kraft eine langsamere Ermüdung der Muskulatur.

Fitnessgerechte Ernährung
Ohne den geeigneten Treibstoff kommt der Körper nicht auf Touren. Daher gehört zu jedem Sportprogramm auch ein Ernährungskonzept, das sorgsam auf das Training abgestimmt ist. Die eigene Leistungsfähigkeit steigt und sinkt eben auch mit der Zusammensetzung des Speiseplans: Mehrere kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten sind günstiger als wenige üppige Portionen, die den Verdauungsapparat strapazieren. Man sollte zwischen der letzten größeren Mahlzeit und dem Trainingsbeginn mindestens zwei Stunden Pause einlegen.
Jede Bewegung kostet auch Energie, die dem Körper durch Essen und Trinken zugeführt werden muss. Die Hauptbestandsteile menschlicher Nahrung sind Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette. In der Trainingsphase sollten Kohlenhydrate etwa 55 – 60 Prozent der zugeführten Energie stellen, Fette maximal 30 Prozent und Eiweiße 10 – 15 Prozent. Um die Energieversorgung während einer längeren Trainingseinheit oder im Sporttest sicherzustellen, empfehlen sich leichte, energiereiche Snacks wie z.B. Bananen, Energieriegel mit Fruchtanteil oder Fruchtschnitten.

Vorbereitung erhöht die Chancen auf das Bestehen des Sporttest
Hinweise und Vorschläge auf Auswahlverfahren bei Feuerwehren und Rettungsdienstes finden Bewerber hierzu bereits in zahlreichen speziell veröffentlichter Literatur.
Diese Bücher geben eine detaillierte Hilfestellung zur gezielten Vorbereitung auf das sportliche Auswahlverfahren und einen Überblick über die mehr als 50 verschiedenen möglichen Übungen. Durch ein gezieltes und leistungsoptimiertes Aufbau- und Konditionstraining sollte ein Kandidat innerhalb von drei bis sechs Monaten an seine persönliche Höchstleistung herangeführt werden. Das Bestehen eines sportlichen Auswahlverfahrens sollte damit die Chancen wesentlich erhöhen.