Auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter allein in den ersten zehn Monaten ihres Jubiläumsjahres 2015 bereits rund 1.900 Mal im Einsatz gewesen (Januar bis Oktober 2014: rund 2.000 Einsätze). Die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben dabei in den deutschen Seegebieten rund 500 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit (Januar bis Oktober 2014: rund 700). Seit der Gründung vor 150 Jahren haben sie insgesamt 82.175 Menschen gerettet. Die Seenotretter blicken auch an Land auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Das Jubiläum der DGzRS hat große öffentliche Aufmerksamkeit erfahren.

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Die HERMANN MARWEDE in ihrem Revier (Foto: DGzRS/Helmut Hofer)

Wesentliche Unterstützung erfuhren die Seenotretter in den vergangenen Monaten durch ihren diesjährigen ehrenamtlichen „Bootschafter“, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Musiker des Orchesters stellten am 29. Oktober 2015 die Einsatzzwischenbilanz 2015 der Seenotretter in Bremen der Öffentlichkeit vor.

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In deutschen Gewässern sind von Januar bis Ende August dieses Jahres mindestens 374 Menschen ertrunken, 55 Opfer mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Todesfälle durch Ertrinken stiegen damit um 17,24 %. Allein in den Ferienmonaten Juni bis August kamen 249 Menschen im Wasser ums Leben. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) heute in Bad Nenndorf bekannt.

DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje: „Das sind leider die Schattenseiten eines schönen Sommers. Das heiße Wetter mit teilweise tropischen Temperaturen hat den Anstieg wesentlich begünstigt. Viele Menschen sind zur Abkühlung an die Küsten und Binnengewässer geströmt. Nach unseren Erfahrungen ertrinken in einem schönen Sommer mehr Menschen als in einem durchschnittlichen.“ Im Vergleich mit dem Sommer 2014 (Juni bis August) verloren 53 Menschen mehr ihr Leben. Besonders die hohe Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge (27) bereitet der DLRG erhebliche Sorgen.

HO THWUebung 02THW-Kräfte befreien eingeklemmte Personen aus zwei ineinander verkeilten Autos

Mehr als 50 Helferinnen und Helfer des THW nutzten das vergangene Wochenende, um gemeinsam mit Rettungsdiensten und Feuerwehren für den Einsatz zu üben: Während in Offenbach ein Deich beschädigt war, bekamen es die THW-Kräfte in Frankfurt am Main mit einem schweren Verkehrsunfall zu tun.
Bei der Katastrophenschutzübung „Olymp“ der Stadt Frankfurt bot sich den insgesamt rund 350 teilnehmenden Helfe- rinnen und Helfern im Osthafen folgendes Szenario: An einem Bahnübergang prallte ein Nahverkehrszug mit zwei PKW zusammen, wodurch sich die Autos verkeilten und der Zug entgleiste. THW, Feuerwehr und Rettungsdienste befreiten gemeinsam mehr als 50 Verletzte aus den Fahrzeugen und dem Zug. Anschließend gleisten die THW-Kräfte den Eisenbahnwagen wieder auf.

Das Technische Hilfswerk (THW) hat in Nepal bisher eine halbe Million Liter Wasser an die Bevölkerung abgegeben. „Unsere Trinkwasserfachleute haben einmal mehr bewiesen, dass sie schnell und weltweit Hilfe leisten können. Mit dem Trinkwasser tragen sie im Katastrophengebiet dazu bei, das Leid der vom Erdbeben Betroffenen zu mildern“, sagte THW-Präsident Albrecht Broemme. Das THW war die erste Organisation aus Europa, die mit der Aufbereitung und Verteilung von Wasser begann.

HO THWTrinkwasser 05In Bhaktapur östlich von Kathmandu erkunden THW-Kräfte weitere mögliche Trinkwasserausgabestellen

Nach dem Erdbeben herrscht insbesondere in Kathmandu ein akuter Mangel an sauberem Wasser. Mit zwei mobilen Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung leistet das THW im Auftrag der Bundesregierung einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Betroffenen. Innerhalb kürzester Zeit konnten die Anlagen in Betrieb genommen,die Wasserqualität nach Standards der Weltgesundheitsorganisation getestet und das lebensnotwendige Trinkwasser an die Bevölkerung abgegeben werden. Das Wasser wird sowohl direkt von der Bevölkerung an der Einsatzstelle abgeholt als auch mit Tankwagen an zahlreiche Ausgabestellen in Kathmandu transportiert. Zu den angefahrenen Punkten gehören unter anderem ein Krankenhaus und mehrere Camps, die als Notunterkünfte dienen.

Gemeinsam mit den Johannitern sowie zwei lokalen Partnerorganisationen verteilt der ASB derzeit Hilfsgüter im nepalesischen Sindhupalchowk.

HO Nepal 01Geduldig warten die Bewohner der Gemeinde Last Resort in Nepal auf das Abladen und Verteilen der Hilfsgüter (Foto: ASB/E. Bojadzic)

„Im Dorf Hare im Distrikt Sindhupalchowk sind alle Häuser in sich zusammengefallen. Und trotzdem sind die Menschen hier gastfreundlich und bereiten uns einen so warmen Empfang, als wären wir Verwandte“, berichtet ASB-Nothilfeexperte Elmir Bojadzic. „An solchen Tagen tut es besonders gut, zum ASB zu gehören und zu wissen: Wir helfen hier und jetzt.“